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Gezeiten
Zeit der tiefen Zärtlichkeit
Zeit des feinen Flirrens
Zeiten der Unendlichkeit
Zeiten des Verirrens

Zeit der Wolkenlosigkeit
Zeit der tiefen Wärme
Zeiten der Durchlässigkeit
Zeiten ohne viel Gelärme

Zeit des spürbar Unsichtbaren
Zeit des Allbegreifens
Zeiten des absoluten Klaren
Zeiten des Durchstreifens

Zeit der Makellosigkeit
Zeit der großen Stille
Zeiten der Allmächtigkeit
Zeiten ohne Wille

Zeit ist du und ist auch ich
Zeit ist unbegreiflich schön
Zeiten zeigen dir das Licht
Zeiten um hindurchzugehn                        -Ingrid Dykstra-




Wiederholung
Alte Wunden bluten wieder
schmerzhaft klingen ihre Lieder
von tiefer Angst und Einsamsein
von unschuldiger Seelenpein

Ich hab ihn schon so oft gefühlt
den Schmerz der noch nicht abgekühlt
wenn jemand gerade da mich trifft
wirkt es wie das stärkste Gift

Es will ergreifen meinen Körper
fließt durch mein ganzes Erdensein
die Schmerzen werden immer stärker
ich fühle mich so endlos klein

So klein und so verlassen
und kann noch nicht mal hassen
bin nur einfach tot und leer
als gäbe es mich gar nicht mehr

Doch gibt es eine größere Macht
die ich bemerke leis und sacht
die mich tröstet wiegt und liebt
und mir wieder Stärke gibt

Es ist die eine große Liebe
für Mensch für Tier und für die Welt
ich habe Flügel und ich fliege
es ist die Liebe zu mir selbst                        -Ingrid Dykstra-




Freunde
Weggefährte meines Lebens
für ein ziemlich langes Stück
lange gingen wir zusammen
mal mit Trauer mal mit Glück
mal wie Liebende mal wie Kinder
mal wie Geschwister
mal wie Sehender und Blinder
einer konnte immer sehen
einer konnte immer gehen
einer konnte immer kämpfen
einer konnte immer dämpfen
einer konnte auch mal schwach sein
einer konnte wohl hellwach sein
hat den Schlaf des andren dann bewacht
ihn mit viel Liebe und Sorge bedacht
einer konnte sich immer fallenlassen
einer konnte auch mal ganz tief hassen
wir kennen uns so gut
und das macht mir Mut
den Weg auch allein zu gehn
und dich immer in meinem Herzen zu sehn
so bin ich niemals ganz allein
es gibt so viele Wege beieinander zu sein                        -Ingrid Dykstra-




Zauber
Umwölkter Geist gebunden Herz
wohin treiben wir
gibt es da noch einen Schmerz
irgendwo ganz tief in mir
der noch nicht gelöst gefunden
den ich noch nicht durfte schauen
Gedanken kreisen ihre Runden
Gefühle wollen Mauer bauen

Ich bin bereit hindurchzugehen
scheint zu warten schon sehr lange
könnte ich ihn einmal sehen
wird bewacht von goldner Schlange
archaisch tief und immerwährend
hat er in mir seinen Sitz
fortgegangen wiederkehrend
manchmal lang manchmal nur Blitz

Zeig mir den Weg der zu ihm führt
damit die Unschuld ihn berührt
damit ich richtig leben kann
befreit von seinem Zauberbann                        -Ingrid Dykstra-




Streifzug
Die Möwe durchstreift Himmelsblau
die Sonne strahlt und glänzt
noch nie sah ich es so genau
die ganze Welt ist ein Geschenk

Und ich gehöre auch dazu
bin Teil von dem was ich da seh
solang hab ich danach gesucht
dass ich´s noch kaum versteh

So furchtbar schwer genauso leicht
des Ursprungs Endlosigkeit erreicht
bin federleicht stark wie ein Baum
bin Wirklichkeit und dessen Traum

Fließ wie Wasser über Stein
wobei der Stein mein eigenes Sein
bin Gras und Blume Blitz und Nacht
bin Mutter die beim Kinde wacht

Bin ein schillernder Regenbogen
bin der Wind glätte die Wogen
bin des Lachens Traurigkeit
fühle mich so weit so weit                        -Ingrid Dykstra-




Gegenwind
Das was mir entgegen kommt
hat selten was mit mir zu tun
dass es trotzdem Schmerz bereitet
lässt mich manches Mal nicht ruhen

Hab nicht gelernt mich zu verbiegen
möchte als Mensch auch offen bleiben
vermeintlich lässt es andere siegen
die sich an meinem Handeln reiben

Jedoch könnte man auch sagen
alles hat mit mir zu tun
daraus entstehen viele Fragen
wer beantwortet sie nun

Wo lass ich los, wo steh ich ein
wo setz ich Grenzen gross und klein
wo wirkt die Seele, wirkt die Liebe
was wenn ich auf der Stelle bliebe

Wo fühle ich das Vertrauen
muss ich einen Schutzwall bauen
muss ich flüchten weit und weiter
muss ich lachen laut und heiter

Gerne möchte ich mich ergeben
um dann wieder zu erleben
wie sanft ich doch getragen werde
Eins mit dem Pulsschlag dieser Erde                        -Ingrid Dykstra-




Stille Liebe
Wenn du in meiner Nähe bist
ist alles ruhig und gut
vertraut geliebt und ohne Frist
fühl ich mich eins mit deinem Blut
es ist als wenn dein Herz und meins
im Gleichklang abgestimmt nun schlagen
ganz selbstverständlich leicht erscheint´s
und keiner braucht dazu was sagen
egal ob Stunden ob Sekunden
immer hab ich es gefunden
das Gefühl das Heimat heißen könnte
und nach dem ich oft mich sehnte
man könnte es auch Schicksal nennen
jeder wird für sich es kennen
wenn zwei Seelen sich verbinden
sind von außen nicht zu finden
die Seele der Erde gewährt den Schutz
damit darauf auch fällt kein Schmutz
bin tief berührt von diesen Treffen
auch wenn du´s vielleicht nicht weißt
steuern wir mit allen Kräften
dieses Boot das Liebe heißt
doch kann es sein das dieses Boot
niemals das Licht der Welt erblickt
es ist sein augenblicklicher Tod
wenn einer auch nur kurz erschrickt                        -Ingrid Dykstra-




Bereit
Ich bin ein Seelensucher
immer wieder
ich bin ein Traumgewand
voller Lieder
ich bin ein goldnes Buch
voller Worte
ich bin ein bunter Vogel
vieler Orte
ich bin ein Silberstreifen
heller Glanz
ich bin eine Seifenblase
schönster Tanz
ich bin der Tod
schwarzer Hauch
ich bin ein Kind
praller Bauch
ich bin ein Stern
so weit
ich bin
bereit                        -Ingrid Dykstra-